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Förderschwerpunkte

Gefördert werden Maßnahmen in folgenden Förderschwerpunkten:

  1. Anpassung der Wälder an den Klimawandel,
  2. Sicherung der Kohlenstoffspeicherung und Erhöhung der CO2-Bindung von Wäldern,
  3. Erhöhung des Holzproduktspeichers sowie der CO2-Minderung und Substitution durch Holzprodukte,
  4. Forschung einschließlich Monitoring zur Unterstützung der in den Nummern 2.1 und 2.2 aufgeführten Förderziele und
  5. Information und Kommunikation zur Unterstützung der in den Nummern 2.1, 2.2 und 2.3 aufgeführten Förderziele.

Die Maßnahmen sollen unter Beachtung ökologischer und ökonomischer Aspekte einen größtmöglichen Nutzen für den Schutz des Klimas und die Anpassungsfähigkeit der Wälder an die Folgen des Klimawandels erzielen. Dabei sollen - wo möglich - Synergien zwischen Klimaschutz, Anpassung der Wälder an den Klimawandel und Erhalt der biologischen Vielfalt genutzt werden.

Quelle: Adobe Stock

Förderschwerpunkt 1

Anpassung der Wälder an den Klimawandel

Ziel ist die Erhöhung der Anpassungsfähigkeit von Wäldern an den Klimawandel unter Erhalt insbesondere ihrer Funktionen für die biologische Vielfalt und als CO₂-Senke sowie zur Sicherung des CO₂-Minderungspotenzials von Wäldern und Holzprodukten. Hierzu dienen folgende modellhafte Projekte des Klimaschutzes:

a) Die Wiederherstellung eines ausgeglichenen, naturraumtypischen Landschaftswasserhaushalts, z. B. durch Sicherung bzw. Anhebung des Grundwasserspiegels, Erhöhung des Wasserrückhaltepotenzials der Waldböden mit ihrer Kohlenstoffspeicherfähigkeit, Verminderung/Verzögerung des Oberflächenabflusses (Nummer 2.8.2 des Agrarrahmens6).

b) Schutz, Erhalt und Renaturierung von Mooren im Wald sowie von Moorwäldern (die Nummern 2.8.1. und 2.8.2 des Agrarrahmens).

c) Die Wiederherstellung, Redynamisierung und Neuanlage von natürlichen oder naturverträglich genutzten Au- und Feuchtwäldern (die Nummern 2.8.1. und 2.8.2 des Agrarrahmens).

Hierunter fallen z. B. Rückbau von Drainagen und Entwässerungseinrichtungen, der Bau von Einrichtungen zur naturnahen Wasserrückhaltung, Pflanzungen zu Renaturierung von Moor-, Au- und Feuchtwäldern.

d) Die Einrichtung von einzelnen Referenzflächen mit dauerhaft natürlicher Waldentwicklung zur gezielten Erforschung der Anpassungsfähigkeit von Waldökosystemen und deren CO₂-Bilanz einschließlich ihrer Waldböden, sowie der Erhaltung und Entwicklung forstgenetischer Ressourcen, sofern sich unter Berücksichtigung des Netzwerks bestehender Referenzflächen zusätzlicher Bedarf ergibt. Die Referenzflächen sollen die für Deutschland flächen-bedeutsamsten Waldtypen und -entwicklungsphasen (inkl. Bestände mit hohem Alt- und Totholzanteil) repräsentieren (Nummer 2.1.4 des Agrarrahmens).

e) Die Erhaltung und Entwicklung forstgenetischer Ressourcen und der biologischen Vielfalt als Grundlage der Anpassungsfähigkeit der Wälder (Nummer 2.8.1 des Agrarrahmens).

Hierunter fallen die Anlage von Erhaltungsplantagen für Baum- und Straucharten; notwendige Pflegemaßnahmen in ausgewiesenenGenerhaltungsbeständen, in zugelassenen Saatguterntebeständen sowie in Beständen mit beigemischten seltenen Baumarten; Ergänzungspflanzungen mit gebietsheimischem Vermehrungsgut zur Aufwertung Individuen armer Vorkommen seltener Baumarten mit dem Ziel der Wiederherstellung einer überlebensfähigen Population sowie die Vernetzung isolierter Populationen und Biotope; Aufbau und Entwicklung von Vernetzungsstrukturen zur Sicherstellung der genetischen Vielfalt.

Förderschwerpunkt 2

Sicherung der Kohlenstoffspeicherung und Erhöhung der CO2-Bindung von Wäldern

Ziel ist die Sicherung und Erhöhung der CO₂-Speicher- und Senkenfunktion der Wälder sowie die Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Diese Ziele sollen auch durch Maßnahmen der Vorsorge und des Risikomanagements bei Schadereignissen unterstützt werden. Dem dienen folgende modellhafte Projekte des Klimaschutzes:

a) Konzeption präventiver Maßnahmen zur Vermeidung und zur Bewältigung großflächiger Schadereignisse (Nummer 2.8 des Agrarrahmens).

Hierunter fallen die Entwicklung von Konzepten zur überbetrieblichen Lagerplatz-Infrastruktur (Forstlicher Vorsorgeplan Infrastruktur), zur Abdeckung klimabedingter Risiken der Forstbetriebe (z. B. Anlage/Unterhaltung von Waldbrandschutzstreifen, Löschweihern, Waldbrandüberwachungseinrichtungen), sowie von Wissenssammlungen und Methodenentwicklung (z. B. Notfallpläne, Wiederbewaldungsstrategien, längerfristige Holzlagerung, Logistik-Konzepte). Unter dieser Teilmaßnahme ist Förderung von Investitionen ausgeschlossen.

b) Umsetzung neu entwickelter vorbeugender Forstschutzmaßnahmen zur Vermeidung und Begrenzung klimabedingter flächiger Schadereignisse (Nummer 2.8.1 des Agrarrahmens).

c) Die Neuanlage von Mischwäldern (Erstaufforstung) mit dem Ziel einer optimierten CO₂-Bindung (Kriterium: Zuwachs/ Hektar) und gutem Substitutionspotenzial unter Berücksichtigung anpassungsfähiger, standortgerechter, möglichst überwiegend natürlich vorkommender Baumarten. Die Förderung schließt die gezielte Begründung von Vorwäldern mit geeigneten Pionierbaumarten ein (Nummer 2.1.1 des Agrarrahmens).

Hierunter fallen Saat, Pflanzung und Maßnahmen zur gelenkten Sukzession einschließlich Kulturvorbereitung, Schutz der Kultur, Erhebungen, wie z. B. Standortgutachten, die der Vorbereitung der Maßnahme dienen, und Nachbesserungen, soweit der Waldbesitzer den Ausfall nicht zu vertreten hat. Darüber hinaus wird eine Aufforstungsprämie gewährt.

Gemäß Rd-Nr. 508 des Agrarrahmens darf für die Anpflanzung von Bäumen für den Niederwaldbetrieb mit Kurzumtrieb, Weihnachtsbäumen oder schnell wachsenden Bäumen für die Energieerzeugung keine Beihilfe gewährt werden. Die gepflanzten Arten müssen an die Umwelt- und Klimabedingungen des Gebiets angepasst sein und bestimmte Mindestumweltanforderungen erfüllen. Im Übrigen gelten die Mindestumweltanforderungen der Rd-Nr. 509 des Agrarrahmens.

Quelle: FNR/ S.Wildermann

Förderschwerpunkt 3

Erhöhung des Holzproduktspeichers sowie der CO2-Minderung und Substitution durch Holzprodukte

(Freistellung nach Artikel 25 der Verordnung (EU) Nr. 651/2014)
Ziel ist die Erhöhung des Holzproduktspeichers und die Vergrößerung des Anteils von Holzprodukten mit lang andauernder Kohlenstoffspeicherung. Ferner wird die Reduktion der Treibhausgasemissionen durch die Erhöhung der stofflichen und energetischen Substitution energieintensiver Materialien auf Basis fossiler Rohstoffe, durch Einsparung von energieaufwendigen Prozessen sowie durch möglichst weitgehende Schließung von Stoffkreisläufen unterstützt. Dem dienen Vorhaben der Grundlagenforschung, der industriellen Forschung und der experimentellen Entwicklung, insbesondere:

a) zur klimafreundlichen Optimierung der stofflichen und energetischen Verwendung von Holz,

b) zur Effizienzsteigerung der Holzverwendung durch Entwicklung und verstärkten Einsatz innovativer, möglichst langlebiger Produkte auf Basis von Holz, (z. B. Produkt- und Verfahrensinnovationen),

c) zum Abbau von Hemmnissen für einen verstärkten Einsatz langlebiger Holzprodukte, insbesondere im Bausektor,

d) zur Effizienzsteigerung der Holzverwertung (z. B. durch möglichst sortenreine Erfassung von Altholz sowie verstärkte Wiederverwendung und Recycling von Holzprodukten (u. a. Kaskadennutzung, recyclinggerechtes Produktdesign),

e) zur klimafreundlichen Optimierung der Wertschöpfungskette vom Rohholz bis zum Endprodukt (z. B. Reduzierung der CO2-Emissionen bei Holzernte, Logistik und Herstellung von Holzwaren),

f) zur Optimierung der effizienten stofflichen und energetischen Verwendung von Holz (insbesondere zur Kaskadennutzung),

g) zur Substitution von Nadel- durch Laubholz, insbesondere der Buche, im stofflichen Bereich sowie zur Entwicklung von neuen, innovativen Produkten zur stofflichen Nutzung von Laubholz.

Quelle: FNR

Förderschwerpunkt 4

Forschung einschließlich Monitoring zur Unterstützung der in den Nummern 2.1 und 2.2 aufgeführten Förderziele

(Freistellung nach Artikel 31 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014)
Ziel ist, bestehende Forschungslücken zu Ausmaß und Auswirkungen des Klimawandels auf Waldökosysteme, zu Potenzialen einer umwelt- und naturverträglichen Erhöhung der Kohlenstoffspeicherleistung und CO2-Minderung von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder und der Forstbetriebe an den Klimawandel zu schließen. Die Ergebnisse sollen unmittelbaren Nutzen für die Praxis haben. Dem dienen folgende Maßnahmen:

a) projektbegleitende Forschung für die in den Nummern 2.1 und 2.2 genannten Maßnahmen,

b) Züchtungsforschung und Vorhaben zur Erforschung der Anpassungsfähigkeit insbesondere natürlich vorkommender Baumarten und Herkünfte (inkl. genetische Grundlagen, Genmarker für Angepasstheit bzw. Anpassungsfähigkeit), sowie Anbauversuche hinsichtlich Klimastabilität und Trockenheitsresistenz sowie entsprechender Monitoringsysteme,

c) Forschungsvorhaben zur Erhöhung der CO2-Bindung insbesondere in den Kohlenstoffspeichern "unterirdische Biomasse", "Boden" und "Streu",

d) Entwicklung und Erprobung innovativer Methoden der Bodenbelebung und Wurzelbildung zur Erhöhung der Vitalität und Stabilität der Wälder,

e) Entwicklung und Erprobung besonders klimaschonender und naturverträglicher Bodenbearbeitungs-, Holzernte- und Bringungsverfahren,

f) Begleitforschung zur Anpassung forstbetrieblicher Maßnahmen und Arbeitsverfahren/-abläufe aufgrund klimabedingter Veränderungen,

g) Erforschung und Entwicklung geeigneter präventiver und kurativer Forstschutzmaßnahmen zur Sicherung der Stabilität, Vitalität sowie Resilienz und Resistenz von Baumarten und Waldökosystemen,

h) Effizienzsteigerung der nachhaltigen Holzgewinnung in kleinstrukturierten Wäldern,

i) Entwicklung neuer Monitoringverfahren und -systeme zur Erfassung klimabedingter, biotischer Risiken,

j) Entwicklung eines einheitlichen Monitoringsystems in bewirtschafteten und dauerhaft unbewirtschafteten Wäldern zur Erforschung von Anpassungsprozessen und Reaktionen von Waldökosystemen auf den Klimawandel einschließlich genetischem Monitoring sowie der Entwicklung der entsprechenden Kohlenstoffbilanzen.

Förderschwerpunkt 5

Information und Kommunikation zur Unterstützung der in den Nummern 2.1, 2.2 und 2.3 aufgeführten Förderziele

(Freistellung nach Artikel 38 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014)
Ziel ist die Information und Qualifizierung von Waldbesitzern, forstlichen Unternehmern, anderen Akteuren, Entscheidungsträgern und Multiplikatoren sowie die Information der Endverbraucher zur Rolle von Wald und Holz bei Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Dem dienen folgende Wissenstransfer- und Informationsmaßnahmen (einschließlich Demonstrationsvorhaben):

a) Erarbeitung und Bereitstellung geeigneter Medien zur Information und Aufklärung über die Bedeutung und Wirkungszusammenhänge nachhaltiger Waldbewirtschaftung und effizienter Holzverwendung für den Klimaschutz und die Erfordernisse zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel,

b) Entwicklung und Umsetzung von Informationsangeboten in Form von Schulungen, Seminaren, Fallstudien oder Planspielen zum Thema Sicherung der Kohlenstoffspeicherung und Erhöhung der CO2-Einbindung sowie von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel im Rahmen nachhaltiger, ordnungsgemäßer Forstwirtschaft,

c) Erarbeitung und Bereitstellung von Informationsmaterialien und -veranstaltungen zu Prävention, Risikomanagement und Bewältigung von Schadensereignissen,

d) Weiterbildung von Schlüsselakteuren zu Chancen und Grenzen einer Erhöhung der stofflichen und energetischen Holzverwendung,

e) Zusammenstellung und Aufbereitung von Informationen zu Ausmaß und Auswirkungen des Klimawandels auf Waldökosysteme,

f) Erarbeitung und Bereitstellung von klimarelevanten Standort- und Bestandsinformationen, z. B. Standortkartierungen,

g) Erarbeitung von waldbaulichen Empfehlungen zur Umsetzung von Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen (z. B. Klimaszenarien für Forstbetriebe) unter Berücksichtigung aller Waldfunktionen (u. a. Bodenschutz, Biodiversität, Wasserhaushalt, Einkommensfunktion).

Für Nummer 2.5 Buchstabe a bis g gilt:
Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, die fester Bestandteil der normalen Berufsausbildung sind, sowie Maßnahmen, zu deren Umsetzung eine ordnungsrechtliche Verpflichtung besteht, sind von der Förderung ausgeschlossen. Die Informationsmaterialien und Medien müssen firmen- und wettbewerbsneutral sein.

Antragsverfahren

Antragsverfahren

Das Antragsverfahren ist in zwei Stufen aufgeteilt:
1. die Skizzeneinreichung
- bei positiver Bewertung
2. die Einreichung des Antrages

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