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Projektdatenbank - Details

Verbundvorhaben: Anpassungsvermögen und Wirt-Parasit-Beziehungen der Eichen im Klimawandel; Teilvorhaben 1 - Akronym: APEK

Anschrift
Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) - Zentralstelle der Forstverwaltung
Hauptstr. 16
67705 Trippstadt
Kontakt
Dr. Stefan Seegmüller
Tel: +49 6306 911-127
E-Mail schreiben
FKZ
22WB400201
Anfang
01.01.2014
Ende
31.12.2018
Ergebnisdarstellung
Die Projektarbeiten haben gezeigt, - dass Eichen arider und humider Provenienzen mit grundsätzlich anderen Strategien physiologisch auf aride Verhältnisse reagieren, - dass aber dennoch alle Eichenprovenienzen hinsichtlich antioxidativem System und Gerbstoffen kompetent mit Aridität umgehen können und - trotz unterschiedlicher Osmolytstrategien unter erhöhter Aridität keine Differenzen im Wasserstatus aufweisen, so dass keine Herkunft unter erhöhter Aridität mehr Zellschäden als die anderen erleidet. Sie haben darauf aufmerksam gemacht, - dass sich Schwammspinnerlarven auf ligninarmen Blättern besser etablieren und gerbstoffarme Blätter besser verwerten können und - dass sie Stieleichenblätter besser als Traubeneichenblätter verwerten können. Andererseits deuteten die Experimente mindestens an, dass - Eichen humider Herkünfte mehr Lignin in ihren Zellwänden anreichern und unter günstigen Umweltbedingungen mehr VC in ihren Blättern vorhalten. Vor diesem Hintergrund könnten Stieleichen trockener Herkünfte am meisten unter der veränderten Umwelt im Klimawandel leiden, während ihr Traubeneichen humider Provenienzen wohl am besten werden widerstehen können. Das Projekt kommt zu dem Schluss, dass der Anbau von Trockeneichen möglicherweise neue Waldschutzprobleme aufwerfen wird. Deshalb empfiehlt sich die gängige Praxis, weiterhin auf Naturverjüngung zu setzen und die genetische Diversität künstlicher Verjüngungen durch die Beimischung von bis zu 20 % heimischer Trockeneichenherkünfte zu verbessern.
Aufgabenbeschreibung
lm Klimawandel werden sich der Traubeneiche weitere Gebiete über ihr derzeitiges Areal hinaus erschließen. Ursache hierfür ist ihre große Toleranz gegenüber Trockenheit. Sie äußert sich in ihrer Fähigkeit zur Produktion osmotisch wirksamer Substanzen und zum Umgang mit oxidativem Stress. Auch die Eichengerbstoffe sind in diesem Umfeld zu sehen. Andererseits wirken die Tannine hemmend auf das Wachstum der herbivoren Eicheninsekten. Erhöhtes CO2, wie es zusammen mit dem Klimawandel erwartet wird, erleichtert den Eichen den Umgang mit oxidativem Stress. Unbekannt ist dagegen bisher, a) wie sich Traubeneichen unterschiedlicher Herkünfte unter erhöhtem CO2 auf Trockenheit einstellen, b) wie sie oxidativen Stress in der sich ändernden Umwelt abwehren und c) wie sich die systemökologischen Beziehungen zwischen den Eichenschädlingen und ihren Wirten im Klimawandel und unter erhöhtem CO2 darstellen. Deshalb ist es das Ziel des in Aussicht genommenen Projekts, die Leistungsfähigkeit und Schädlingsresistenz der Traubeneichen im Klimawandel provenienzbezogen zu prüfen. Zu diesem Zweck werden Traubeneichen verschieden arider Standorte unter ambientem und erhöhtem CO2 in modellhaften Zukunftsklimaten bei wechselnden Ariditäten kultiviert. Die Bäume werden auf ihre Wasserversorgung, die Akkumulation oxidativer Verbindungen als Stressparameter und die Produktion von osmotisch wirksamen Substanzen hin untersucht. Die Trockenresistenz wird mit dem antioxidativen System, den Gerbstoffen und der antioxidativen Kapazität eingeschätzt. Systemökologisch steht die Frasseignung der Eichenblätter für Raupen von zu Massenvermehrungen neigenden Schmetterlingsarten im Mittelpunkt des Interesses. Die Erkenntnisse des Vorhabens stellen eine Voraussetzung dafür dar, die Traubeneichenherkünfte für einen erfolgreichen Anbau dieser Baumart im Klimawandel zu identifizieren und ihre Potenziale voll auszunutzen.

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