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Presse

Richtigstellung der FNR zur Berichterstattung des Bundesrechnungshofes

In einer Pressemitteilung vom 6. Dezember 2022 geht der Bundesrechnungshof (BRH) auf seine Prüfung der Förderrichtlinie Waldklimafonds des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) ein. Dort heißt es, dass ein Großteil der aus dem Waldklimafonds geförderten Projekte keine nachweisbare Verbesserung für Wald und Klima hat. Das liegt laut dem BRH an fehlenden messbaren Zielen und falschen Schwerpunkten. Dieser Darstellung widerspricht die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), die als Projektträger den Waldklimafonds im Auftrag des BMEL und des BMUV betreut.

Der Waldklimafonds ist das wichtigste Forschungsinstrument zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel

Der Waldklimafonds ist ein wichtiges Instrument, um Forschungs-, Entwicklungs- und Kommunikationsvorhaben im Bereich Förderung der Klimaschutzleistungen sowie Anpassung der Wälder an den Klimawandel zu finanzieren und zu unterstützen. Dabei wurden in den letzten 3 Jahren mit gezielten Förderaufrufen Projektskizzen zu den Themen Waldbrand, Kalamitätsbewältigung, Nährstoffversorgung, Züchtung und Waldökophysiologie eingeworben. Die durch den Waldklimafonds geförderten Projekte erarbeiten anwendungsorientiertes Wissen für die forstliche Praxis und tragen damit mittelbar zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel und zur Erhöhung des Kohlenstoffspeichers im Wald bei.

Ohne Forschung – kein Waldumbau

Die aktuellen Waldzustandsberichte der Länder verdeutlichen die Notwendigkeit, den Waldumbau zu klimaresilienten Ökosystemen zu beschleunigen. Die Problemstellungen, vor denen die forstliche Praxis steht, werden zunehmend komplexer. Zur Lösung dieser Fragestellungen sind daher transdisziplinäre Forschungsprojekte notwendig, die der Praxis Handlungsempfehlungen geben können. Die Projekte des WKF vernetzen Experten und Praktiker und erarbeiten Lösungen zu aktuellen und zukünftigen Herausforderungen bzgl. Klimaschutz und Klimaanpassung. Ein quantitativer Nachweis über den Beitrag des WKF zum Klimaschutz ist nicht möglich, da die Umsetzung der Handlungsempfehlungen außerhalb der Projekte stattfindet.

Unabhängige Evaluierung bestätigt Beitrag des WKF zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel

Eine aktuelle externe Evaluierung durch die Univation GmbH kommt zu folgender Bewertung des Waldklimafonds: „Aufgrund seiner anwendungsorientierten Ausrichtung und vorliegender Bewertungen von Projektresultaten durch unterschiedliche, fachkundige Personengruppen kann aus evaluatorischer Sicht der Beitrag zur Lösung sektoraler Probleme und damit zu dessen Weiterentwicklung grundsätzlich bestätigt werden.“  „Die vorliegenden Evaluationsergebnisse zeigen einen Nutzenzuwachs aus WKF-geförderten Projekten für die Zielgruppe, der über die reinen Projektergebnisse hinausgeht.“

Neuauflage der Förderrichtlinie Waldklimafonds

Mit diesen Ergebnissen der Evaluierung, den bisher gesammelten Erfahrungen und den aufgegriffenen Kritikpunkten der BRH-Prüfungen entwickeln das BMEL und das BMUV aktuell eine neue Waldklimafonds-Förderrichtlinie. Die neue Förderrichtlinie wird 2023 in Kraft treten. Der zukünftige Schwerpunkt der Förderrichtlinie wird auf Forschungs- und Entwicklungs- sowie Demonstrations- und Kommunikationsmaßnahmen liegen. In diesen Bereichen gab es in den vergangenen Jahren den mit Abstand höchsten Bedarf, da die wahrnehmbaren Klimaveränderungen und Auswirkungen auf den Wald so drastisch sind, dass ohne umfassende Forschung Antworten auf die Frage „Wie muss der Wald von morgen aussehen?“ nur bedingt möglich sind. Die Mittel für die tatsächlichen Umsetzungsmaßnahmen werden dabei über andere Bundes- und Länderprogramme zur Aufforstung und zum Waldumbau (z. B. GAK, Klimaangepasstes Waldmanagement, ANK) geleistet. Der Waldklimafonds ist nur ein Baustein der Bundesregierung, um einen Beitrag zum Erhalt der Wälder und ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung zu leisten.

Hohe Nachfrage nach Fördermitteln

Die Relevanz zeigt sich auch durch die hohe Nachfrage nach Fördermitteln. Im Haushaltsjahr 2022 wurden trotz der zunächst vorläufigen Haushaltsführung die zur Verfügung stehenden Mittel (30 Mio. €) bisher weitestgehend gebunden und auch verausgabt. Die Mittel fließen dabei weitestgehend in anwendungsorientierte Forschung, deren Ergebnisse einen Beitrag zur Anpassung der Wälder liefern können. Der Waldklimafonds wird weiterhin ein wichtiges Instrument der Bundesregierung zur Förderung von Forschungs-, Entwicklungs- und Kommunikationsvorhaben sein, die die Anpassung der Wälder an den Klimawandel voranbringen und den Kohlenstoffspeicher der Wälder erhöhen.

Geschäftsführer
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.
Dr.-Ing. Andreas Schütte
Tel.: +49 3843 6930-100
Mail: gf(bei)fnr.de

Pressekontakt
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.
Martina Plothe
Tel.: +49 3843 6930-311
Mail: m.plothe(bei)fnr.de

 

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